Jetzt ist wieder Winter!
Also das Wetter hier oben ist schon eines von der ganz verrückten Sorte. Gestern noch Sonne mit blauem Himmel vom Feinsten und heute morgen - schwupps - ist überall wieder eine dicke weiße Haube drüber gelegt. Mindestens nochmal 10cm, teils eher 15 - 20 cm.
Heute war ein richtig abwechslungsreicher Tag und es gibt massig zu schreiben. Andererseits bin ich schon richtig müde, obwohl es erst 21 Uhr ist. Hier oben ist grad mal die Dämmerung vorbei. Offenbar haben wir hier schon eine halbe Stunde länger Tag als 'unten' in Bayern. Im Hochsommer wird's dann bloß ca. 4 Stunden dunkel (zw. 23 Uhr und 3 Uhr morgens). Vielleicht erleb ich das ja bei der nächsten Reise selber. Ich ignorier mal meine Müdigkeit und guck wie weit ich komm' ...der Rest folgt dann halt morgen Abend.
Heut morgen hab ich endlich mal ein Foto vom Hotel-Bären geschossen. Na, ich bind' euch da keinen Bären auf, und auch keinen April-Scherz (der ist hier vom Wetter abonniert)! In einem der Glas-Gärten namens Safari steht ein ausgestopfter Braunbär zwischen dem Grünzeug und macht mächtig Eindruck. Das Vieh ist stehend bestimmt 3m groß ...und zum Glück mausetot und ausgestopft ;-)
Eigentlich war ich ja bloß auf dem Weg zum Fitnessbereich, nachdem mich meine Kollegin mit ihrer Motivation ansteckte. Da kann man schon ab 6 Uhr morgens sporteln, auch eine Runde im Hotel-Pool schwimmen und die Sauna läuft auch schon auf vollen Touren. Ja, der Strom ist schon sehr billig hier oben.
Nach dem Sport schmeckt das Frühstück besonders lecker und die Auswahl ist auch wirklich fein. Räucherlachs schmeckt hier beim Erzeuger noch leckerer und der süße Hering hat's mir auch angetan , mhmmm. Und weil der Schnee unsere Lust auf weiteres Sightseeing drastisch reduzierte, haben wir umso länger geschlemmt.
Nach dem Schlemmern kam das schlummern und Mittags ging es dann auf den Rückweg Richtung 'weit, weit, weg'. Und weil es grad mal ein paar Minuten aufhörte zu schneien haben wir dem Aussichtspunkt doch noch einen kurzen + schnellen Besuch abgestattet:
Tja, das schaute doch ganz anders aus als gestern. Viel eher wie vor 3 Wochen - links vom Meer / Fjord komt die nächste Schneefront und rechts macht sich die Sonne aus dem Blick... brrrr.
Das wirkte in der Großaufnahme noch ganz winterlich bezaubernd, aber 10 Minuten später bei der Blitzbesichtigung des Stadions von Rosenberg Trondheim (dem Fussball-Fan geschuldet) war's deutlich übler. Aber die Jungs haben grad eben ein Auswärtsspiel auf grünen Rasen (wohl Süd-Norwegen) - Endstand soeben 2:2 - dies zusammen mit ihren weiß-schwarzem Dress erinnert das verflixt an unsere Unentschieden-Meister vom SV Wacker Burghausen :-).
Bei dem greuslichen Wetter machten wir uns schleunigst auf den Weg nach Orkanger, damit wir nicht zu spät zu unserer Einladung bei Fritz und seiner Familie kommen. Die Fahrt war dann ganz okay, kaum raus aus Trondheim und durch einen ersten Tunnel war es sonnig und blau-weiß am Himmel. In Orkanger, einer beschaulichen, kleinen Hafenstadt in der Mündung des Flusses Orkla (ich denk da immer an Herr der Ringe) war's eher wechselhaft.
Lustigerweise findet der aufmerksame Kollege das Wetter auch so verrückt wie ich und hatte just mit seiner Kamera auf Stativ ein 24-Stunden Zeitraffer-Projekt gestartet (automatisch alle 30 Sek ein Foto). Bin ja mal gespannt was dabei rauskommt. Also, allein schon in den paar Stunden in denen wir bei ihnen zu Gast waren wechselte das Wetter fast alle 15 - 20 Minuten. Mehr dazu gleich.
Nachdem wir leckere Hähnchen-Hackfleisch-Wraps gegessen hatten, nutzten wir 4 Erwachsenen die Gunst der Stunde und brachen zu einem Spaziergang "rund um den See" auf. Die beiden Kids waren magnetisch an die TV-Scheibe gefesselt. Es ging erstmal durch die Siedlung vorbei an einer XXL-Briefkasten-Station - alle unverschlossen und meist unbenutzt und durch ein Gewerbegebiet auf wilden Pfaden Richtung "See"
Als wir dann "am See" ankamen, zur Abwechslung bei strahlendem Sonnenschein, wurden wir erstmal informiert, das dieser eigentlich gar kein See ist, sondern der Rest vom sonst trocken gelegten Mündungsdelta des Flusses Orkla. Na, das erklärte doch gleich den Niedrigstand des Wassers als sehr starke Ebbe. Alles war sehr schön angelegt, ähnlich wie bei uns die Baggerseen, nur halt mit Gezeiten. Mehrere Sandstrände wurden "importiert", es gibt hier halt nur Granit-Felsen und somit Stein- und Kiesstrände.
Im Sommer hat's dann halt mal 20 Grad und das Wasser höchstens 18 Grad - da kann der kernige Norweger beim Baden mal wieder zeigen wie hart im Nehmen er ist.
Ein Damm mit Straße und kleiner Holzbrücke trennt dieses wirklich schöne idyllische Fleckchen vom Meer. Da wird auch grad ein weiterer Sandstrand 'designed'.
Auf der anderen Seite des Dammes waren durch die starke Ebbe im Wasser sogar alte Stempen der Fischernetze vom ehemaligen Mündungsdelta zu sehen - auch für unsere beiden Gastgeber zum allerersten Mal. Fritz schlug gleich vor, dass sich da ja einen Wattwanderung anbieten würde. Tja, und wie so was ausgehen kann sieht man auf dem nächsten Bild.
Da blieb der Junior im Schlick stecken und sein Papa wollte ihn befreien ...was ihm auch unter Verlust eines Gummistiefels des Sohnes gelang (sucht mal auf dem Bild!). Allerdings rutschten die beiden dann aus und landeten auf allen Vieren im Schlamm - was haben wir gelacht !
Und kurz nach dieser Szene am Hafenbecken überraschte uns der nächste heftige Schneschauer mit starken Böen. Aber das störte die Angler am Steg überhaupt nicht, denn die Fische im Wasser kriegen ja auch nix mit von dem Wetter außerhalb ihres Elements! Wir suchten dann doch in dem Möchtegern-Leuchtturm (reine Attrappe) des Bootshafen Schutz. War ja vorhersehbar, dass in 5 - 10 Minuten der nächste Wetterwechsel erfolgt.
Und so war es dann auch, bis zum Heim nur noch Sonne mit Wolken - echt verrückt! Auf dem Weg zurück zu ihrem Zuhause zeigten uns Andrea und Fritz noch ein paar schöne Holzhäuser im Ortskern.
Klein, fein, eng verschachtelt alt und modern nebeneinander
wenn nicht alle täuscht ist dieses fast 240 Jahre alt und das versch(r)obene rechts vorn wohl auch
'Wind'schief stehen auch die Grabsteine aber nicht das Heim der 'Auswanderer'
Nach dem langen und anspruchsvollen Spaziergang hatten wir uns den Kaffee und selbstgebackene, leckere Rosinen-Schnecken wohl verdient ...Rosinen, lecker , gell Manu' ? Aber da wir ahnten, dass uns auf dem Weg aufs Land noch eine Fahrt über die Berge bevorstand, brachen wir zeitig auf damit wir uns beim fahren Zeit lassen konnten.
Tja, und es kam dann auch ganz dicke. Von frei geräumter über schnee-verwehte bis rutschig-verschneit hatten wir dann alles unter die Reifen bekommen. Und da wir uns Zeit ließen dabei blieb auch genug Zeit für das eine oder andere Foto. Und nicht vergessen, noch vor 3 Tagen war hier der Winter eigentlich schon vorbei und jetzt 'feiert' er so ein Comeback ...leider.
Auf dem Pass nach den Seen wenige Kilometer weiter
und dann noch um 2,3 oder 4 Ecken rum mit grandiosem Blick auf den Fjord
Der Werkleiter hat am Freitag beim Mittagessen noch gesagt, dass hier manchmal an einem Tag alle vier Jahreszeiten zu erleben sind. Und inzwischen glaub ich ihm das auch aufs Wort !
Ich bin wirklich sehr gespannt, wie gut der Zeitraffer-Film das rüberbringt. Vielleicht bekomm ich ja eine Sicherheitskopie.
Und da mir langsam die Augendeckel zufallen (ist ja auch 1,5 Std. später) lass ich lieber den Notebook-Deckel zufallen.
Gute Nacht !
























