Sightseeing in Sao Paulo Downtown
Dank'schön erstmal an meine beiden Kollegen!
Warum? Naja, diese sind erst am Samstag angekommen und bleiben nur eine Woche. Deshalb hatten sie schon von Deutschland aus eine Stadführung für Sonntag gebucht.
Das war dann das maximale Paket - Profi-Stadtführer für Kleinstgruppe mit 5 Stunden Stadtrundfahrt in bequemer Limousine. Das mit dem Auto muss sein, denn hier hat man viel zu weite Strecke. Sao Paulo ist so rießig, 50 km Durchmesser mit 22 Mio. Einwohner in 'greater Sao Paulo'. Da gibt es gleich mehrere Stadtzentren im Angebot.
Wir wurden direkt im Hotel abgeholt und dann gings auf dem Highway zum neuesten Stadtzentrum. Einem super modernen toll gestalteten neuen Finanzviertel in der 'Fiera Lima. Das waren schon beeindruckende Prachtbauten in der Avenue!. Seit Fertigstellung schnellen die Apartmentpreise im Umfeld in die Höhe: 25 m2 für schlappe 600.000 Euro, ein Wahnsinn! Rundherhum waren viele stark gesicherte Privatgelände mit tollen Fassaden.
Da ist auch Google nur ein Mieter von vielen Untendrunter ein denkmal-geschütztes Haus
Von dort gings durch eine Straße mit allen Luxus-Autohäusern. Von BWM, Jaguar, Mercedes über Lamborghini, Austin Martin bis zu Ferrari. Und zwischen deren Prachtbauten waren immer wieder mal ungepflegte, schäbige Häuser. Schon befremdlich! Der nächste Stopp war am zentralen Park. Sehr schön angelegt und gepflegt mit großem See und weitläufigen Wiesen. Gegenüber gabs ein Riesen-Monument, was wir aber nur kurz betrachteten.
Sao Paulo hat auch einige wirklich schöne Plätze zu bieten.
Unser Fahrer hat an verbotener Stelle geparkt und musste ganz schnell zum Auto. Der Strafzettel war schon fast am Auto. Wir erfuhren: Er hat gesamt 12 Strafpunkte. Bei 20 ist der Schein weg. Einmal Falschparken kostet neben Strafe noch 4 Punkte. Einmal falsch Abbiegen kostet 7 Punkte. Er war also den ganzen Tag am Gucken und Machen, weil er ständig Angst vor "der einen Strafe zuviel hatte".
Aber dafür gäbe es dann den "brasilianischen Weg".Man kennt jemand, der jemand kennt, der wiederum jemand weiß, der ...gg. eine kleine Gebühr... den Führerschein aus der Akte fallen lässt. Naja...
Auf dem Weg zum nächsten Zentrum konnten wir überall Sonntagsfahrer äh -Radler erleben. Das ist eine tolle Idee! Gesponsort von einer Bank wird in Sao Paulo Downtownjeden Sonntag von 7 bis 16 Uhr der mittlere Fahrstreifen gesperrt und exklusiv für Radfahrer genutzt. Dabei brauchts aber auch Kontrolle, sonst würden die Radler fahren wie sie wollen. Aber das kennen wir alle auch von zuhause. Da benehmen die sich ja ähnlich. Auch die Aufpasser werden von der Bank bezahlt - Respekt ! Insgesamt 60km Srecke wird da angeboten. Und es sind echte Massen an Radlern unterwegs.
Auf die Plätze - feeeeeertig Los !
Das nächste Viertel war passend zum Namen eng bebaut, alles zugeparkt und total überlaufen - es war das Japanisches Viertel. Wir merkten recht schnell, dass wir angekommen waren. Es war leicht erkennbar an den japanischen Straßenlaternen. Wie in Japan war aber sehr wenig Platz
Wir haben uns dann durch diese Mengen im Schritttempo durchgearbeitet. Es ging weiter zum historischen Zentrum im Stadtkern. Wir parkten, wo halt zufällig Platz war (diesmal sogar legal) Von dort konnten wir ein sehr schönes Gerichtsgebäude bewundern. Direkt daneben stand eine beeindruckende Kathedrale im gothischen Stil. Dabei war die voll die Mogelpackung! Sie wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Drinnen steht alles auf Betonsäulen (geschickt versteckt). Die Fassade ist wirklich nur eine dünne Hülle als schöne Optik. Entdeckt hab ich dies erst innen der Kirche. Sowas hab ich noch nie gehabt: Eine WC-Anlage im Turm einer Kirche !
Gerichtsgebäude, Park und Kathedrale Der Mittelpunkt Sao Paulos mt Richtungsstern
Alles wurde überlagert durch sehr viele Obdachlose und massig Plastik-Müll überall auf dem Platz vor der Kathedrale. Ganze Familien leben als Heimatlosen dort unter ärmlichsten Bedingungen auf dem Boden. Schlimm, aber keiner kümmert sich drum.
Wir machten uns zu Fuss auf den Weg zum Gründungsort von Sao Paulo. Dort hat Anfangs des 16.Jhdt. ein Jesuiten-Priester eine Missionsstation mit Kirche errichtet. Diese wurde vor ca. 100 Jahren als Nachbau wieder errichtet nächste Mogelpackung. Davor war da einfach ein Behördengebäude gestanden. In der Kapelle sind Gebeinde des Priesters im Glaskasten zu betrachten. Ich find das immer irgendwie recht gruselig.
Im Cafe direkt neben der Kirche steht die älteste erhaltene Mauer der Stadt (17.Jhdt.) und ein paar Kaffeebäume. Einer davon sogar mit grünen Kaffeebohnen.
Hier hat für Sao Paulo alles mal angefangen Na, wer sieht die Bohnen ?
Die nächste Station war dann zugleich der letzte, sehr steile Parkplatz im kommerziellen Zentrum. Hier in Brasilien haben die Geschäfte eh jeden Tag auf. Aber dort war schon wirklich viel los. Wir suchten Souvenirs in der nächsten Mogelpackung - einem China-Supermarkt. Da wurden sofort wieder Shanghai-Erinnerungen wach ;-). Es gab viele ähnliche solcher Läden, der größte hat 28 (!) Kassen. Auf dem Weg zur letzten Sehenswürdigkeiten mussten wir uns wieder durch viel Schmutz und schlafenden Homeless people schlängeln. Heruntergekommene Häuser wechselten sich mit knallbunt bemalten Shops ab.
Schliesslich erreichten wir den "Mercato municipal". Das Gebäude schaut aus wie ein alter Bahnhof aus dem 19. Jahrhundert. Innen drin gab es massig Stände, mit exotischen Früchte oder Gemüse. Dazwischen ganz viele Nasch- und Imbissstände mit sehr viel leckerem Essen, monströs belegten Sandwiches ...mhmmm. Es wimmelte nur so von Menschen. Oben drüber im Hochgeschoss gab es viel Cafes und Restaurants. Da war noch viel mehr Betrieb und Enge als unten drunter. Der Markt war ein schöner Abschluss dieser Stadtführung, denn die 5 Stunden waren ratzfatz rum.
Bunt, sehr bunt & exotisch, sehr exotisch Das sind mal Riesensandwich - sehr lecker !
Alles leckere Nüsse oder mal wer Oliven aller Art probieren
Nächstes Mal mehr vom Geier am Pool und - endlich - mal brasilianischem Essen. Denn dies fand am Samstag Abend statt. Was für eine Fresserei.