Tour de Norvège - Teil 2
Okay, wo waren wir stehen geblieben? Ach ja, am Kai der Fähre.
Seltsam war vorab, dass man sich rechts einordnen musste um links zum Anlegesteg abzubiegen. Sowas hab ich vorher noch nie gesehen, und leider auch kein Foto gemacht (war zu baff). Im Prinzip war es wohl eine sehr lange Standspur am rechten Fahrbahnrand, die am Ende 90 Grad nach links drehte und über die eigentliche Hauptstraße kreuzte. Kann sogar sein, dass da eine (ausgeschaltete) Ampel war - wie geschrieben ...ich war zu erstaunt in dem Moment.
Das Ganze ist wohl für die Hochsaison im Sommer gedacht, wenn Massen von Leuten zum Geiranger-Fjord wollen. Deshalb fuhren auch bereits 2 Fähren im Pendelbetrieb. Fritz sei Dank sind wir aber noch in der ruhigen Vorsaison unterwegs :-)
Okay, genug Einleitung - eigentlich wollt ich euch doch ein paar schöne Impressionen weitergeben!
Nach der Fähre ging es Bergwärts rauf auf den Pass Richtung Geiranger, wobei uns weiter oben eine winzig kleine Mühle am rauschenden Bach auffiel, da hätten nur die kleinen Kinder stehend reingepasst (am linken Bildrand vergleichbar)
Oben am Pass angelangt, öffnet sich ganz schnell ein beeindruckender Tiefblick zum Ende des Geiranger-Fjords. Wie mir bereits angekündigt wurde, lagen dort mehrere Kreuzfahrtschiffe vor Anker ...und das ca. 100 km vom offenen Meer entfernt. Das wirkt schon echt ziemlich skurril.
Bevor es über zahlreiche Serpentinen eine enge Passstraße hinab zum Fjordende und dem Ort Geiranger ging, konnte ich am Aussichtspunkt 'Oernesvingen' (Adlerschwingen) ein unvergessliches Panorama geniessen:
Beeindruckend wie steil die Berge in den Fjord abfallen ...da geht's unter Wasser noch ewig weiter runter!
Links vom Ort an der Fjordspitze bis rechts hinten zum Wasserfall 'sieben Schwestern' alles im Blick!
Ziemlich genau in der Mitte des rechten Bildes ist rechts vom Wasesrfall eine kleine Wiese zu sehen und da stehen Bauernhöfe! Teils nur über Leitern erreichbar ...das ist schon ein echt extremes Völkchen hier oben ,-)
Nachdem ich genug von der tollen Kulisse förmlich verschlungen hatte gings runter nach Geiranger.
Die Riesenpötte spucken ständig ihr verbranntes Schweröl aus den Kaminen. Da kann man umweltbezogen noch viel verbessern. Anscheinend ist gradn in Planung, sie vom Land aus mit Energie zu versorgen.
Hinter dem Ort ging es an einem wilden Bergbach entlang wieder bergwärts zum nächsten Pass. Oberhalb von Geiranger war der nächste Haltepunkt. Der tief in den Fels gegrabener Wasserfall 'Flydalsjuvet', ringsum umgeben von überhängenden, Felswänden - mehr als 100m hoch.
Ja, der Typ rechts oben auf dem Überhang bin ich ...da mein lieber Kollege Fritz es mir vormachte, musste ich mich da 'natürlich' auch noch hinstellen ...'hurra'
Weiter ging es hoch zum Pass am Dallsnibba, wobei wir unterwegs am Knuten vorbeikamen. Das ist eine 270 Grad Schleife der ursprünglichen Geiranger-Straße - aus dem Jahr 1889, Originalzustand und sogar noch befahrbar!
Links die neue Straße rechts die Schleife / der Knoten (siehe hierzu auch auf wikipedia)
Oben am Pass angekommen war da noch reichlich Schnee und wenig Temperatur -6 Grad. Leider blieb es dann auch immer unter 10 Grad, egal wie tief wir runterkamen ...Ende des schönen Wetters.
Es ist schon extrem krass. In einer halben Stunde von Meereshöhe und Eisschlecken im T-Shirt hoch auf 1100m und Eiskälte ohne -Schlecken ...und trotzdem im T-Shirt.
Die Abfahrt ins nächste Tal nach Lom zog sich extrem hin (über 20 km), ging am lohnenden Pollfoss-Wasserfall vorbei
und in Lom führte es uns zu einer der wenigen Stabholzkirchen in Norwegen. Von einer Seite braun , von der anderen Seite fast pechschwarz wg. der Imprägnierung
Nette Drachenköpfe auf einer christlichen Kirche, gell?
Nach einer weiteren Nacht in einer Camping-Hytta ging es am Sonntag wieder Richtung 'Heimat'. Und da ich die Hoffnung auf lebende Tiere (Elch, Moschusochse, Rentier ...) schon aufgegeben hatte, fotografierte ich dann doch zur Sicherheit eine paar Statuen (Moschus und Troll)
Aber erstens kommt es anders und zweitens als man denkt ...
Fritz erspähte dann doch tatsächlich auf einer Weide grasende Moschusochsen. Ich hätte sie wohl übersehen, da musst schon wissen nach was du Ausschau hälst, oder nicht? Ca. 80 Stück leben inzwischen davon in Norwegen (alle angesiedelt in dieser Gegend), also war das schon ein echter Glückstreffer
Da es für eine Zoomaufnahme immer noch nicht gut genug war pirschten wir uns über die Eisenbahn und die Felswand näher heran:
Näher heran war uns zu gefährlich, erst recht als uns der eine Bursche näher inspizierte ! Wir wurden heute auch so schon von norwegischen Kollegen als viel zu leichtsinnig geschimpft. Wenn die wüssten: wir dachten die Tiere wären zahm und im Gatter eingezäunt!?! Von der Wega: das war eine aufgegebene Pferdekoppel mit offenem Zaun am hinteren (nicht sichtbaren) Ende ...'hurra'. Die Viecher leben da alle in freier Wildbahn. Auf einer Warntafel steht wörtlich "Das Moschusrind greift nur zur Selbstverteidigung an. Sie sind also selber schuld, falls ein Unfall passiert." Und recht hat er, der Norweger, mit dieser Einstellung.
Mit festem Vorsatz jetzt aber nicht mehr anzuhalten sondern heim zu fahren ging es dann schliesslich weiter.
...bis uns ein Prachtexemplar von Moschusochse bei Faulenzen im Bachbett auffiel. Sch... auf Vorsätze ;-)
Dem wurde es aber dann ob all der Zuschauer zuviel und er trottete in den Birkenwald.
Wenn's läuft, dann läuft's. So hatten wir dann auch noch das Glück in einem Lappen-Camp ein Rentier zu sehen. Okay, es war zahm und angebunden, aber nichts desto trotz real und ein schönes stolzes Tier ...bewundert von der ganzen Familie, für die es auch das erste Mal 'Rentier-Watching' war.
Mit all diesen tollen Erlebnissen hinter uns und vielen schönen Erinnerungen im Kopf ging es dann aber wirklich nach Hause.In jenenwelchen werde ich jetzt noch ein wenig schwelgen, außerdem gab es heute "Schweinswal zum Frühstück', aber dazu mehr beim nächsten Mal.




















