wer viel arbeitet...
...der darf auch viel feiern!
In diesem Sinne waren wir gestern Abend nach einem langen, intensiven Arbeitstag gleich mal vom Werksleiter zum 'schnellen' Abendessen eingeladen. Schnell deswegen, weil ein Kollege um 20 Uhr seinen Rückflug nach Hause antrat. Ulsan hat einen recht kleinen Flughafen (ähnlich Salzburg) mit 35 min CheckIn-Vorlaufzeit und 15 min Boarding-Zeit. Da dauert der Feierabend-Verkehr plus Stau zum Flguhafen hin fast länger, also mussten wir uns mit dem Essen etwas sputen.
Die Wahl fiel dann auf ein kleines koreanisches 'Fastfood'-Restaurant. Aber Fastfood heißt in diesem Fall nur, dass das Food sehr 'fast' auf dem Tisch steht mit zahlreichen kleinen Beilagen-Schüsseln. Es war nämlich dasselbe Spezial-Restaurant, in dem ich beim Letzten Aufenthalt mit S-M das kleine Huhn gegessen habe. Wobei ich gestern gelernt hab, das es eigentlich ein Ginger-Huhn ist (auch Ginseng oder Ingwer genannt). Der Sud wird mit Ingwer zubereitet und es ist mit Reis und Ingwer-Wurzeln gefüllt.
Und weil dieses Restaurant eben nix anderes als genau dieses eine Essen anbietet, haben wir da innerhalb 5 Minuten alles auf dem Tisch stehen gehabt, inklusive Ingwer-Beilagen und Ingwer-Schnaps. Laut koreanischem Gastgeber ist Ginger sehr gut gegen Erkältung. Also Leute: Trinkt Ingwer-Tee, esst die Wurzeln oder schneidet eine Scheibe in euer Trinkwasser und der Winter kann euch nix mehr antun.
Wobei ich dies bei diesen frostigen Temperaturen ehrlich gesagt nicht ganz glauben kann. Es sind zwar 'nur' -5 Grad, aber dieser schneidend-beissend, kalte Wind vom Meer ist richtig fies!. Da friert man ratzfatz bis auf die Knochen. Hm, insofern kann ich mich ja schon fast auf die lauen Temperaturen in Bayern freuen.
Das Essen dauerte eine gute Stunde inklusive einer neuen Runde mit meinen lustigen Holztricks, wobei neben Hui-Maschine und Gummiangel diesmal noch die Trickbox und die Teufelsschlinge dazu kamen. Es war wieder eine Mords-Gaudi, allen beim verzweifelten Versuch eine Aufgabe zu lösen zu beobachten und fotografieren.
Danach ging's für Roland ab zum Airport und Schorsch und ich sind noch in die Stadt auf ein Bierchen in ein Spezial-Bierpub gegangen. Da gibts alle möglichen Sorten Bier aus der ganzen Welt. Wer will kriegt auch ein Erdinger Weißbier, aber das kostet dann sage und schreibe über 9 Euro - na, dann Prost! Dafür hat es ein sehr schnelles, kostenloses WLAN und auch leckere einheimische Biersorten, wobei die bei uns wohl eher als Light-Bier gelten würden. Wer will, kann sich im Eistrog selber bedienen - auch eine coole idee.
Als ich dann vor 23 Uhr (mit 2 Bierchen intus) im Hotel einlief, war ich zwar wieder durchgefroren, bin aber trotzdem fast sofort eingeschlafen. Leider hat es nicht so gut geklappt wie in der ersten Nacht und so bin ich heute schon seit 3 Uhr 30 wach - 'hurra'
. 4,5 Stunden Schlaf ist wohl nicht wirklich ausreichend, sogar für mich nicht
Aber solang ich soviel zu tun habe im Büro wie gestern geht's ganz gut. Wehe ich hab dann 10 Minuten Leerlauf oder Wartezeit, dann klappen sofort die Augen zu.
Wobei der Chauffeur der uns morgens ins Büro fährt, schon wirklich alles tut damit wir massig Adrenalin in den Körper pumpen. Der gute Mann muss wohl in China seinen Schein gemacht haben, so rücksichtslos und schnell wie der fährt. Links, rechts, egal wo oder wie Hauptsache an allen vorbei und nach vorne durch, gerne auch mal diagonal über alle 4-6 Fahrspuren (pro Richtung, wohlgemerkt, wie bei den Ami's). Diese Rennsemmel muss auch vor dem Blitzen keine Angst haben, weil hier fast jeder ein Navi-System mit Riesen-Display im Auto haben. Und da wird visuell und akustisch vor allen Ampel-Biltzer, Video-Kamera's und Speed-Messungen gewarnt. Denn damit sind die Straßen hier in Ulsan nur so gespickt, alle paar hundert Meter wieder eine Kontrollstation. Am besten finde ich die automatisierte Video-Überwachung der Halte-Streifen am Seitenrand. Die registrieren jedes Auto und wie lange es anhält. Sollte es über die 3-5 Minuten stehen bleiben wird dies dokumentiert, das Kennzeichen per Video analysiert und schwups schon geht ein nettes Schreiben mit Bitte um eine kleine 'Geldspende' raus
Heut Abend sind wir schon wieder eingeladen. Diesmal auf eine offizielle Verabschiedung eines Wacker-Kollegen, der in Rente geht ...mit 55 Jahren, was das normale Rentenalter in Korea ist. Aber mehr davon und vielleicht auch schon von den Wochenend-Aktivitäten (evtl. Wal-Museeum, Fischmarkt und Shopping) im nächsten Blog-Beitrag. Dann werde ich auch ein paar Bilder zu diesem Artikel hier ergänzen.