Zimmer-Golf - oder: Draußen kann's ja jeder.
Also, eines kann ich heute Abend definitv sagen: Zimmer-Golf ist auf jeden Fall richtiger, anstrengender Sport. Ich hab einen ganz schönen kräftigen Muskelkater im Rücken - mein lieber Schwan!
Das Ganze muss in Korea offensichtlich sehr beliebt sein. Denn der Club in dem wir waren erstreckte sich in einem Hochhaus über immerhin 5 Stockwerke - mit je ca. 8 - 10 Golf-Zimmern. Das sind jeweils recht große Räume, vom Format her vergleichbar mit einem Squash-Feld also locker 5 x 6 x 3 m ...oder so. An der hinteren Wand steht eine gemütliche Couch mit Tisch und Getränken, vorne ist eine druckempfindliche Leinwand aufgespannt und von oben wird eine sehr gute Computergrafik draufprojektiert. In der Mitte ist der Abschlag, neben und vor dem Laser-Sensoren den Schwung vermessen. Sobald man auf den kleinen Ball draufgeschlagen hat und er gg. die Wand klatscht, rechnet der PC die entsprechende Flugbahn und das Bild wird entsprechend animiert.
Im Prinzip kennen wir Nintendo Wii - Golfspieler (und da gibts etliche unter meinen Blog-Lesern) das ganze fast genauso von der Wii, außer halt das man mit den echten Golschlägern und Ball spielt. Es ist ein Hei-den-Spass und kostet ca. 10 Euro pro Stunde. Also auch noch recht preiswert abgesehen von den Golfschlägern, da hab ich nachgefragt, die kostet dann gleich mal 10.000 Euro. Zum Glück hat Sung-Min mir das erst hinterher erzählt, sonst hät ich mich ja gleich gar nicht richtig schlagen getraut.
Als blutiger Anfänger hatte ich die ganze Bandbreite der Lächerlichkeiten auf dem Kasten, von fast senkrecht nach oben über kuller-di-plumps bis zum irren Rechts-Drall. Man kann halt von Haltung über Drehung bis falscher Krafteinsatz gar soviel verkehrt machen. Am beieindruckensten war aber als endlich einmal alles gepasst hat und ich mit dem Driver das runde Ding auf sage und schreibe 261 m geschlagen habe ...da kriegst im gleichen Augenblick eine Gänsehaut.
Anschliessend sind wir noch in ein typisch koreanisches Nudel-Restaurant gegangen. Eigentlich wolte er ja vorher mit mir sogar richtig groß Dinner Essen gehen. Aber mal ganz im Ernst, wer kann denn danach noch richtig Sport treiben oder sich so rumdrehen wie beim Golf (vergleichbar mit den Tanzschwüngen - Momo dir würde es auch gefallen).
Auf jeden Fall war es mal wieder gaaaanz furchtbar lecker. So in der Art wie ganz lange Spätzle - Nudeln, mit viel Gemüse und wieder mal recht Spicy - ui ui ui. Dumblings (Maultaschen) waren auch dabei - und schwupps ab auf die Hüften.Ich weigere mich jetzt erst mal 2 Wochen lang, auf eine Waage zu steigen !
Am Abend vorher (ääääh - also Montag) hat er mich auch schon eingeladen. Da waren wir (auch typisch koreanisch zum 'kleines Huhn' Essen. Das hat dann so cirka die halbe Größe unserer Hühner, wird ähnlich einem Suppenhuhn zubereitet. Zum Glück nicht die chinesische Variante mit Kopf und Füssen, sondern wie bei uns ins Europa -pu, Glück gehabt
Es war wiederum mit viel Gemüse und ganz viel lecker ...und bestimmt Anti-Schlank-mach !
Und heute Abend war ich zu einem Farewell-Dinner mit dem Werkleiter K-H und dem technischen Leiter, eben jenem einem welchen S-M. Die kümmern sich wirklich rührend um ihre Besucher. Wir waren wiederum typisch Koreanisch Essen... komisch ob das daran lag, dass ich dies extra mal gewünscht hatte?
Naja, auf jeden Fall war es diesmal Beef-Barbecue. Da ist im Tisch ein vergittertes Loch, dort hinein kommen glühende Kohlen und dann kommt das gewählte Rindfleisch. Wir hatten Streifen ohne Knochen und lange Schwammerl, und wiederum (wie überraschend) ganz viel Gemüse. Während man so auf das Grillfleisch warte (Rauchen tut nix, da ist ein Abzug überm Grill) unterhält man sich über's Business und natürlich über die Familie, Kinder, Frau/Freundin , Vergangenheit. Das ist für die Koreaner sehr wichtig und da darf man aúch gerne selber Löcher in den Bauch fragen. Da gehts um Beziehungen, Vertrauen herstellen, Harmonie wahren und den anderen achten lernen. Na, da sind sie ja bei mir verschlossenem wortkargen Schweiger genau an den richtigen gekommen. Nicht vergessen, das Ganze passiert auf Englisch - viel Spass beim Überlegen was ihr da wie erzählen würdet.
Ganz schnell ist das Essen dann fertig gegrillt und wird mit der Schere klein geschnitten. Auf meine Frage nach dem "Warum?" kam ganz lapidar 'weil es schneller geht'
Die kleinen Stückchen werden dann mit Salatblättern, würzigem Dip, viel Knoblauch (laut S-M gut gg. Erkältung - bin also für 3-4 Jahre immun), anderen Gemüse usw wie ein Sandwich gestapelt und dann auf einen Haps verspeist. Ach ja, ich wurde schnell belehrt dass das Wichtigste bei diesem Zeremoniell ist, vorher einen Reisschnaps zu trinken, und natürlich hinterher auch gleich nochmal einen. Und dann schenkt man sich immer gegenseitig ein, NIE sich selber! Auf diese Art und Weise hatte ich ratz-fatz eine Flasche (0,33 ltr) Schnaps intus, zwar nur 22% aber immerhin der gibt mit der Menge auch ganz schön Drehzahl.
Is aber lt K-H auch wieder ganz wichtig wegen den verflixten Beziehungen - hicks! Manno, finden die viele Gründe noch ein Glas zu kippen. Und dann muss man so eine Art Brüderschaft trinken. Dabei gibt man sein Glas an den Kollegen weiter (ich durfte zuerst mit dem Werkleiter trinken) und schenkt ihm dann in das eigene Glas ein. Er trinkt es Gan-bai (auf einen Schluck aus), reinigt es danach mit einem Tuch (auf keinen Fall vorher!) und gibts zurück. So geht das reihum und wieder hat man ein paar Schnaps mehr intus.
Und als Abschiedgeschenk hab ich dann sogar einen schönen Schlüsselring und eine BusinessCard - 'Schachtel' geschenkt bekommen, nett ,echt hübsch (ich hab denen ja bereits meine beiden Hui-Maschinen und Gummi-Angeln geschenkt ;-)...)
So, und jetzt geht es auf's Zimmer und an das Packen des Koffers - inzwischen bin ich wieder nüchtern genug dafür
Der nächste Bericht kommt dann wohl erst wieder aus Seoul. Jetzt ist es dort ja ruhiger und deswegen denk ich mir nix mehr dabei. Dafür ist für heute und morgen Schneefall bis 10 cm angesagt - da kann ich mich ja schon mal auf Bayern einstellen
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Hamm sama da' !






