Wochenende ...nachbetrachtet
Eigentlich wollte ich gestern auf dem Rückweg von Trondheim in die tiefe Provinz (und die ist sehr tief hier die Provinz, nicht nur von den Höhenmetern) noch ein paar schöne Aufnahmen von der Landschaft entlang der Strecke und dem Fjord hier fotografieren. Aber, aber, aber ...das Wetter hat da nicht ganz mitgespielt. Es ist seit Sonntag Mittag immer schlechter geworden (bis hin zum ausgewachsenen Sturm), so dass ich froh war wieder heil hier im Hotel angekommen zu sein.
Also müssen Bilder von den beleuchteten Fischgewässern, der Gebirgslandschaft hoch zum Pass und wieder runter nach Orkanger und weiter nach Trondheim warten, evtl. bis zur nächsten oder übernächsten Reise hierher. Denn heute hab ich von den norwegischen Kollegen mal so nebenbei erfahren, dass es durchaus üblich ist, das es bis in den Mai hinein kalt und stürmisch bleibt und auch dann noch Schneefall vorkommt. Aber holla, Holla !
Zumindest am Sonntag Vormittag hatte ich noch trockene Minuten zwischen den Regen- und Schneeschauern, dass ich nochmal einen kleinen Rundgang durch die Stadt machen konnte. Warum? Na, immerhin steht direkt neben dem Marktplatz mit der Wikingerstatue (ihr wisst schon, der Häuptling mit rotem Schal) das größte Holzgebäude, der Stiftsgarden, das es in ganz Skandinavien gibt (also inkl. Schweden und Finnland!).
Dieses Stadtpalais steht seit ca. 1770 und ist noch in prächtigem Zustand! Naja, sonst würde der König bei seinen Besuchen bestimmt nicht dort wohnen. Außerhalb seiner Besuche ist es auch zu Besichtigung geöffnet. 4000 qm -Grundfläche auf 140 Zimmer verteilt, wäre interessant anzugucken. Aber wie alle anderen historischen Bauten und Musseen gilt das wohl nur für die Sommermonate (also Juni bis September). Es war auch leider geschlossen.
Beton, Zement und Mörtel sind hier so teuer, selten oder wertvoll, das meist nur das Fundament eines Hauses daraus gefertigt wird. Der Rest ist dann eben ein Holzhaus. Das liegt halt daran, das sie in ganz Norwegen fast keinen richtigen Sand haben, sondern alles importieren müssen. Tja und ohne Sand baut sich's halt recht schwer.
Wenn dann also ein Holzhaus marode und abgerissen wird, dann behält man tunlichst das Fundament oder die Stützpfeiler und baut da drauf mal ein neues Holzhaus - heut auch ganz gern mal mit eine Stahlträger-Kerngerüst. Und manchmal verdreht es dann die Holzhäuser vor lauter Sturmwind recht doll ....na Quatsch, dass ist ein Kunstwerk und beherbergt eine doppelte Camera Obscura - wie zu erwarten leider auch geschlossen.
Von einem Aussichtspunkt oberhalb der Stadt hab ich dann abschliessend noch ein paar Panorama-Foto's schießen können.
Für den Munkkolmen (Munk = Mönch, eine Insel draußen im Fjord / Meer war es dann fast schon zu schlecht. Also, da draußen ein Kloster zu bauen ist schon ein deutliches Zeichen von Abkapselung. Später war es sogar mal ein Gefängnis ...also nicht viel anders als ein Kloster ;-)
Auf dem Rückweg hierher hab ich in Orkanger einen deutschen Kollegen besucht. Der ist hier mit seiner Frau und 2 Kindern für 2 Jahre hochgezogen. Seit einem halben Jahr leben sie schon hier und hatten so einiges zu berichten. Auch von den skurrilen Macken der Norweger.
Aber über 'Stadtflucht', Stromverbrauch, Auto's, Türen, Fenstern, getarnten Holzhäusern (dem Landhotel hier) und anderen amüsanten Eigenheiten schreib ich morgen ...bin nämlich müde






